Meinungsbildungsrelevanz von Informationsintermediären

Untersuchung am Beispiel der Einflussnahme von Facebook auf Meinungsbildungsprozesse und Meinungsvielfalt

 

Welche Rolle spielt Facebook bei der Themenwahrnehmung, Meinungsvermittlung und Meinungsbildung bei politischen Themen? Welche Risiken birgt die personalisierte bzw. soziale Suche? Ist die Meinungsvielfalt und damit auch die (digitale) Medienvielfalt durch den von Großkonzernen eingeschränkten Informationszugang gefährdet?

Medien leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Funktionieren der Demokratie, denn sie liefern Informationen und stellen verschiedene Standpunkte zu politischen Themen dar. Auf dieser Grundlage sollen sich die Bürger eine eigene, fundierte Meinung bilden und am demokratischen Willensbildungsprozess teilhaben können. Diese Vermittlungsleistung obliegt im digitalen Zeitalter nicht mehr ausschließlich den klassischen Medien, sondern auch Informationsintermediären wie Google und Facebook, deren Plattformen die Aufmerksamkeit der Bürger lenken. Ihre Bedeutung für die Meinungsbildung wird bislang überwiegend im Kontext der viel zitierten Filter Bubble diskutiert und ist empirisch aber noch kaum untersucht: Offen ist vor allem, ob und wie algorithmenbasierte Personalisierungslogiken zu einer verzerrten Vermittlung und Wahrnehmung von gesellschaftlich relevanten Themen führen.

Das Projekt will den Einfluss ermitteln, den Informationsintermediäre – insbesondere Facebook – auf Meinungsbildungsprozesse und Meinungsvielfalt nehmen. Als mögliche Ursachen werden neben dem Informationsverhalten auch die Wahrnehmung des Meinungsklimas und die Bereitschaft erfasst, sich an politischen Diskussionen zu beteiligen.

Um die komplexen Wirkungszusammenhänge adäquat zu erfassen, arbeitet die Studie mit einem Mehr-Methoden-Design: eine Kombination aus quantitativen und qualitativen Erhebungen in Form einer Online-Tagebuchstudie, eines Tracking-Analysetools und einer Online-Community. Die Ergebnisse der Studie liefern auch Erkenntnisse, wo medienpolitische Regulierungsmaßnahmen ansetzen könnten. Damit bereichern sie die aktuell sehr intensiv geführte Debatte über den Einfluss von Algorithmen auf die Gesellschaft und die medienethische Verantwortung der großen Internet-Konzerne. Erste Ergebnisse werden Ende des Jahres vorliegen.

 

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Univ.-Prof. Dr. Birgit Stark
Institut für Publizistik
Tel. +49 6131 39-25264
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Pascal Jürgens, M.A.
Institut für Publizistik
Tel. +49 6131 39-25638
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Dr. Melanie Magin
Institut für Publizistik
Tel. +49 6131 39-26748
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mail Kooperationspartner


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Links Weiterführende Links


» Website des Forschungs- und Lehrbereichs »Medienkonvergenz« am Institut für Publizistik der JGU
» Website des Forschungsprojekts bei der LfM

 

 

Bild: Freepik

Macht Facebook glücklich oder unglücklich? Befunde einer aktuellen Schülerbefragung in Rheinland-Pfalz

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24.11.2016: Der Griff zum Smartphone bestimmt zunehmend unser gesellschaftliches und soziales Leben. Dies gilt insbesondere für die heutige Generation Kinder und Jugendlicher, die in einer hoch digitalisierten Welt aufwächst. Wieweit dies zum Nutzen oder Schaden für die Entwicklung der Generation der sog. »Digital Natives« ist, wird sehr kontrovers und emotional diskutiert. Weiterlesen

Besuch des Wissenschaftsministers Professor Wolf beim Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz

10.11.2016: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsschwerpunkts bieten diverse Einblicke in das Themenfeld "Mensch – Medien – Kommunikation"

An der JGU befasst sich der interdisziplinäre Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz bereits seit 2008 mit vielseitigen Forschungsfragen, die sich aus dem rasanten und tiefgreifenden Struktur- und Funktionswandel der Medienlandschaft ergeben. Die fortschreitende Digitalisierung und Vernetzung prägen zunehmend unseren Alltag. Sie verändern fundamental die Art und Weise, wie Menschen kommunizieren und sich informieren, wie Meinungen entstehen und wie politische Prozesse funktionieren. Durch die Integration unterschiedlicher fachlicher Expertisen können digitale Veränderungsprozesse in ihrer Gesamtheit betrachtet werden, umso der immensen Komplexität der Entwicklungen gerecht zu werden. Damit kann die Forschung auch die politische Diskussion zum Thema Digitalisierung bereichern und Handlungsempfehlungen aussprechen. Wichtig ist deshalb der Wissenstransfer in die Öffentlichkeit unter der Dachmarke Mainz Media Forum und die Vernetzung mit den Medienunternehmen in der Region. "Mit großer Geschwindigkeit verändert und revolutioniert die Digitalisierung unser Leben. Sie durchdringt alle Lebens-, Gesellschafts- und Arbeitsbereiche. Ich bin daher sehr gespannt auf die aktuellen Forschungsergebnisse, die uns von den Mainzer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hier präsentiert werden", erklärt Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf, der zu dieser Pressereise eingeladen hatte. Weiterlesen

Neues Forschungsprojekt: Informationsintermediäre und ihr Einfluss auf Meinungsbildungsprozesse

Kooperation des Forschungsschwerpunkts Medienkonvergenz und der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM)

 

Medien leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Funktionieren der Demokratie, denn sie liefern Informationen und stellen verschiedene Standpunkte zu politischen Themen dar. Auf dieser Grundlage sollen sich die Bürger eine eigene, fundierte Meinung bilden und am demokratischen Willensbildungsprozess teilhaben können. Diese Vermittlungsleistung obliegt im digitalen Zeitalter nicht mehr ausschließlich den klassischen Medien, sondern auch Informationsintermediären wie Google und Facebook, deren Plattformen die Aufmerksamkeit der Bürger lenken. Ihre Bedeutung für die Meinungsbildung wird bislang überwiegend im Kontext der viel zitierten Filter Bubble diskutiert und ist empirisch aber noch kaum untersucht: Offen ist vor allem, ob und wie algorithmenbasierte Personalisierungslogiken zu einer verzerrten Vermittlung und Wahrnehmung von gesellschaftlich relevanten Themen führen. Weiterlesen

TV-Duell

Echtzeitmessungen zur Untersuchung von Wahrnehmung und Wirkung von Fernsehduellen der Spitzenkandidaten im Wahlkampf

 

Wie werden bei einem solchen Duell politische Informationen wahrgenommen und verarbeitet? Wie wirken sich Inhalte und Auftreten der Kontrahenten auf politische Einstellungen aus? Welchen Einfluss hat ein Fernsehduell auf die Wahlentscheidung der Bürgerinnen und Bürger?

Bereits seit dem Fernsehduell von Angela Merkel und Peer Steinbrück im Jahre 2013 wird das Potenzial der Echtzeitmessung der Reaktionen der Rezipienten unter Beteiligung von Mitgliedern des Forschungsschwerpunkts analysiert. Auch bereits 2009 konnten auf diese Weise Erkenntnisse zum Aufeinandertreffen von Spitzenkandidaten gesammelt werden. Hierfür kommt ein RTR (real-time-response)-Verfahren zur Anwendung, welches eine Methode zur Messung der Einschätzung durch die Zuschauer zum Verlauf des Duells darstellt, noch während dieses stattfindet. Über Eingabegeräte können subjektive Empfindungen zum Ausdruck gebracht werden. Aus der Verbindung dieser Daten und den Erkenntnissen aus einer ergänzenden Befragung eröffnen sich präzise Einblicke in Prozesse der Wahrnehmung, Informationsaufnahme und -verarbeitung politischer Objekte sowie der Meinungsbildung der Bürgerinnen und Bürger.

Das Duell zur Bundestagswahl 2009 zwischen Merkel und Steinmeier hat gezeigt, dass die TV-Debatte insbesondere jene Bevölkerungssegmente zu mobiliseren vermag, die weniger politisch interessiert sind.

 

TV-Duell Merkel vs. Steinbrück

Bild: © 2013 afp

Das Duell 2013 zwischen Merkel und Steinbrück hat das Interesse der Zuschauer am Wahlkampf erhöht. Die Debatte wurde von einer Mehrheit der Zuschauer als unterhaltsam (65 Prozent) und spannend (53 Prozent) bewertet. Damit wurden die Werte des TV-Duells 2009 deutlich übertroffen (54 bzw. 32 Prozent). Auch hat das TV-Duell seine Funktion als Wahlhilfe erfüllt. Dies bekräftigten 40 Prozent der Zuschauer. Zudem hat sich der Anteil derjenigen, die sich keinen der beiden Kandidaten als Kanzler wünschen, von 23 Prozent vor dem Duell auf 16 Prozent nach dem Duell verringert.

 

Bild: © 2016 picture alliance / dpa

Die ersten Ergebnisse des rheinland-pfälzischen Duells 2016 zwischen Malu Dreyer und Julia Klöckner deuten darauf hin, dass bei Dreyer Ausführungen zur Notwendigkeit von Abschiebungen und bei Klöckner zum Nürburgring, aus dem sie Fehler der bisherigen Landesregierung ableitete, die Rezipientinnen und Rezipienten besonders überzeugen konnten. Insgesamt bietet die Analyse solcher Aufeinandertreffen eine gute Möglichkeit, Wahrnehmungsmuster samt ihrer Effekte auf politische Einstellungen oder Wahlentscheidungen zu analyiseren.

 

Die Studien wurden teilweise in Zusammenarbeit mit der Universität Koblenz-Landau und dem SWR durchgeführt. Der Forschungsschwerpunkt verfügt über die nötigen Messgeräte mit Drehreglern. Die Erhebungen waren zunächst Teil des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts "German Longitudinal Election Study" und später im Rahmen des Projekts "The Dynamics of Voting: A Long-term Study of Change and Stability in the German Electoral Process, Teilmodul Televised Debates 2013".

 

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Univ.-Prof. Dr. Thorsten Faas
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Politikwissenschaft
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-38466
Email

 

Links Weiterführende Links


» Vortrag zum TV-Duell 2009 Merkel vs. Steinmeier

» Website des Projekts "The Dynamics of Voting: A Long-term Study of Change and Stability in the German Electoral Process"

» Präsentation zu den Schlüsselstellen des TV-Duells 2013 Merkel vs. Steinbrück

» Pressemeldung der JGU zum TV-Duell 2013 Merkel vs. Steinbrück

» Video des TV-Duells 2016 Dreyer vs. Klöckner mit Kurven der Echtzeitmessung

Wahlumfrage Rheinland-Pfalz 2016

Studie zur Wahl der Abgeordneten des 17. Landtags in Rheinland-Pfalz.

Im Rahmen des vom Forschungsschwerpunkt geförderten Projekts zu "Politische und massenmediale Vielfalt und ihre Folgen für die Entscheidungsfindung im Bundestagswahlkampf 2017" findet aus Anlass der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz eine Vorstudie statt.

In der Umfrage kommt ein Frageinstrument zum Tragen, das Kollegen der Universität Iowa entwickelt haben. Die inhaltliche Grundlage der Vorstudie wie auch der späteren Hauptstudie kommt aus der politischen Psychologie, die sich zunehmend mit kognitiven und affektiven Prozessen der Informationsverarbeitung und Entscheidungsfindung beschäftigt und diese mit dem verwandten Feld der politischen Kommunikation in Zeiten konvergenter und digitaler Medienumgebungen verknüpft.

Die Umfrage dauert etwa 10-15 Minuten. Wir bitten Sie, sich an der Umfrage zu beteilgen oder in Ihrem Umfeld darauf aufmerksam zu machen.

www.wahlumfrage2016.de

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Schülerbefragung »always on«

Längsschnittstudie zur Mediennutzung

 

Welche Unterhaltungs-, Informationsangebote und Kommunikationswege werden zu welchem Zeitpunkt bedeutsam in der Alltagswirklichkeit Jugendlicher? Welches Potential verbirgt sich hinter dem selbstbestimmten Rückgriff auf die medialen Ressourcen des Internets? Welche Risiken für die psychische und soziale Entwicklung Jugendlicher können anhand der Nutzungsmuster erschlossen werden?

Young boy in bedroom using laptop and listening to MP3 player

Mediennutzung, konvergierende Medieninhalte und computervermittelte Kommunikation durchdringen zunehmend Bereiche des Lebens, die zuvor »medienfreie Inseln« des Alltags darstellten. Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene sind zunehmend »always on« und über Smartphone und mobiles Internet ständig mit ihrer Peer-Group und anderen Online-Inhalten verbunden. Die Folgen dieser zunehmend allgegenwärtigen Online-Nutzung für das psychologische Wohlbefinden der Nutzerinnen und Nutzer sind derweil noch weitgehend offen. Während der Zugang zu Informationen, Kommunikation und Unterhaltung zwar einerseits zahlreiche Chancen eröffnet, stellen die ständige Erreichbarkeit, sozialer Kommunikationsdruck und mögliche Konflikte zwischen Mediennutzung und anderen Tätigkeiten andererseits die Schattenseiten dieser Entwicklung dar.

Das primäre Ziel der Studie ist es, die Entwicklung der Online-Kommunikation Jugendlicher im Laufe der Adoleszenz nachvollziehbar zu machen. So soll für den wissenschaftlichen Diskurs ebenso wie für Verantwortliche in den Bereichen Politik, Bildung und Jugendschutz eine zuverlässige Informationsgrundlage zu elementaren Fragen der Internetnutzung Jugendlicher bereitgestellt werden. Als Gegenposition zu einer primär risikofokussierten Perspektive, die eine exzessive und suchtartige Internetnutzung, Cybermobbing und die Ausrichtung von Körperidealen an medienvermittelten Modellen in den Mittelpunkt stellt, soll in dieser Untersuchung auch die positive Seite der Internetnutzung beleuchtet werden.

Die repräsentative Längsschnittuntersuchung ist auf der Basis eines interdisziplinären theoretischen Ansatzes konzipiert. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen der Kommunikationswissenschaft, der Medienpsychologie, der psychosomatischen Medizin und Medienpädagogik befassen sich mit diesem Projekt. Damit bündelt das Team die umfassende in Mainz vertretene Expertise zu diesem hochaktuellen Thema. Jugendliche unterschiedlicher Jahrgangsstufen werden zu mehreren Messzeitpunkten an Schulen in Rheinland-Pfalz zu ihrem Kommunikationsverhalten und ihrer Internetnutzung befragt. Die Datenerhebung hat im Sommer 2015 begonnen und soll im Herbst fortgesetzt werden.

 

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Univ.-Prof. Dr. Stefan Aufenanger
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Erziehungswissenschaft
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-26652
Email

 

Jun.-Prof. Dr. Leonard Reinecke
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-28319
Email

 

Univ.-Prof. Dr. Birgit Stark
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-25264
Email

 

Dr. Klaus Wölfling
Universitätsmedizin Mainz
Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
D 55131 Mainz
Tel. +49 6131 17-6147
Email

 

mail Weitere beteiligte Forscher


Univ.-Prof. Dr. Manfred E. Beutel
Universitätsmedizin Mainz
Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
D 55131 Mainz
Tel. +49 6131 17-7348
Email

 

Univ.-Prof. Dr. Oliver Quiring
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-25264
Email

 

Univ.-Prof. Dr. Christian Schemer
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-29373
Email

 

Dr. Mathias Weber
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-23209
Email

 

Dipl.-Soz. Michael Dreier
Universitätsmedizin Mainz
Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
D 55131 Mainz
Tel. +49 6131 17-5485
Email

 

Dipl.-Psych. Kai Müller
Universitätsmedizin Mainz
Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
D 55131 Mainz
Tel. +49 6131 17-4039
Email

 

Downloads Downloads


» Pressemitteilung zur Längsschnittstudie (31.08.2015)

 

Links Weiterführende Links


» Website des Forschungs- und Lehrbereichs »Medienkonvergenz« am Institut für Publizistik der JGU
» Website des Forschungs- und Lehrbereichs »Dynamiken von Gesellschaft und Kommunikation« am Institut für Publizistik der JGU
» Website des Forschungs- und Lehrbereichs »Kommunikationswissenschaft« am Institut für Publizistik der JGU
» Website des Forschungs- und Lehrbereichs »OnlineKommunikation« am Institut für Publizistik der JGU
» Website der Arbeitsgruppe »Medienpädagogik« am Institut für Erziehungswissenschaft der JGU
» Website der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Mainz der JGU
» Pressemitteilung der JGU 31.08.2015
» Pressemitteilung der JGU 11.03.2016

 

Links Pressestimmen


» Beitrag vom 01.09.2015 in der Allgemeinen Zeitung
» Beitrag vom 31.08.2016 im Informationsdienst Wissenschaft
» Beitrag der SWR-Landesschau aktuell Rheinland-Pfalz
» Beitrag vom 23.11.2016 in der Rhein-Zeitung
» Beitrag vom 25.11.2016 im Deutschlandfunk
» Beitrag vom 26.11.2016 in der Frankfurter Neuen Presse
» Beitrag vom 28.11.2016 in der Allgemeinen Zeitung
 

 

Bild: de.clipdealer.com

Neue Medien, neue Logik?

Zur Mediatisierung politischer Kommunikation in sozialen Online-Netzwerken am Beispiel der Kommunikation von Bundestagsabgeordneten auf Facebook

 

Welche Kommunikationsstrategien und -elemente nutzen politische Akteure in der Kommunikation auf Facebook? Treten Unterschiede zwischen direkter Wähleransprache und Presseansprache auf? Wie wirkt sich die Kommunikationslogik der sozialen Netzwerke auf die Selektions- bzw. Informationsentscheidungen der Rezipientinnen und Rezipienten aus?

Foto: Alexander Klaus / pixelio.de

 Spätestens seit dem „Online-Wahlkampf“ von Barak Obama im Jahre 2008 wird das Potenzial des Internets für die politische Kommunikation und Kampagnenführung breit diskutiert. Das Internet hat sich in der Wahlkampfführung längst etabliert und spielt für politische Akteure eine zunehmend gewichtigere Rolle. Insbesondere die sozialen Medien erfahren diesbezüglich einen Bedeutungsgewinn in der öffentlichen Wahrnehmung und auch unter politischen Akteuren selbst scheint die Einsicht in die Relevanz der sozialen Medien kontinuierlich zu wachsen.

Vor dem Hintergrund der digitalen Transformationsprozesse und der damit verbundenen (technischen) Möglichkeit der direkten Wähleransprache wird die zentrale Bedeutung der »klassischen« Massenmedien und damit die Notwendigkeit einer Ausrichtung an deren Selektionsroutinen zunehmend infrage gestellt. Damit verbunden ist die Frage, welcher Logik die politische Kommunikation folgt, wenn sie sich nicht zwingend an medialen Selektionskriterien ausrichten muss, um potenzielle Wählerinnen und Wähler zu erreichen.

Mit einer Längsschnittuntersuchung des Kommunikationsverhaltens von Bundestagsabgeordneten auf Facebook soll Antwort auf die obengenannten Fragen gegeben werden. Dazu werden die Statusmeldungen von Bundestagsabgeordneten in einem Zeitraum von 2009 bis 2016 inhaltsanalytisch erfasst und untersucht.

 

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Univ.-Prof. Dr. Marcus Maurer
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-22579
Email

 

Pablo Jost, M.A.
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-29392
Email

 

Links Weiterführende Links


» Website des Forschungs- und Lehrbereichs »Politische Kommunikation« am Institut für Publizistik der JGU

 

 

Bild: oben: Alexander Klaus / pixelio.de

Selective Exposure Online

Die Rolle von Einstellungskonformität und Social Cues bei der Selektion von Online-Nachrichten

 

Suchen sich Rezipientinnen und Rezipienten von Online-Nachrichten vermehrt solche Meldungen aus, die ihren eigenen Einstellungen und Ansichten entsprechen? Welchen Einfluss haben »Likes« in sozialen Netzwerken auf den Einfluss der Einstellungskonformität auf die Selektion von Online-Nachrichten?

Foto: Tim Reckmann / pixelio.de

Die Verbreitung des Internets hat die Verfügbarkeit von Nachrichten drastisch verändert. Das Online-Angebot ist in dieser Hinsicht durch ein Höchstmaß an Diversität gekennzeichnet, was eine zeitlich flexible und individualisierbare Nachrichtennutzung ermöglicht. Das Internet hat sich damit zu einem bedeutsamen Nachrichtenmedium entwickelt. Stärker denn je lassen sich Informationen in Anlehnung an bestehende Interessen und Einstellungen auswählen, während dissonante Inhalte problemlos gemieden werden können. Mögliche Konsequenzen, die sich aus dieser Entwicklung ergeben, betreffen Prozesse der Fragmentierung und der Polarisierung der Meinungsbildung.

Demgegenüber steht der Bedeutungszuwachs des Social Web für den Nachrichtenkonsum. Social Media Icons, über die die Beliebtheit im Social Web ersichtlich wird bzw. über die Artikel auch direkt »geteilt« oder »geliked« werden können, sind inzwischen fester Bestandteil von Nachrichten-Seiten. Die Konvergenz aus sozialen Netzwerken und klassischen Nachrichtenseiten führt dazu, dass Nutzerinnen und Nutzer nicht mehr nur auf Basis von Inhalten Nachrichten selektieren, sondern auch Social Cues den Auswahlprozess beeinflussen, worunter insbesondere die Anzahl der »Likes« eines Artikels und der Sender von empfohlenen News zu verstehen sind.

Die Studie hat zum Ziel, den Einfluss von Social Cues im Kontext einstellungskonformer bzw. dissonanter Nachrichtenselektion zu überprüfen. In zwei Experimenten sollen dabei die Bedeutung von »Likes« und Empfehlungen bei der Rezeption von Nachrichten auf klassischen Nachrichtenseiten und auf sozialen Netzwerken untersucht werden.

 

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Univ.-Prof. Dr. Christian Schemer
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-29373
Email

 

Jun.-Prof. Dr. Leonard Reinecke
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-28319
Email

 

Svenja Schäfer, M.A.
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-29381
Email

 

Links Weiterführende Links


» Website des Forschungs- und Lehrbereichs »Dynamiken von Gesellschaft und Kommunikation« am Institut für Publizistik der JGU

» Website des Forschungs- und Lehrbereichs »Online-Kommunikation« am Institut für Publizistik der JGU

 

 

Bild: Tim Reckmann / pixelio.de

Wahrnehmung des Medienwandels

Medienkonvergenz aus Nutzersicht – Eine Exploration der existierenden Vorstellungen mittels kognitiver Verfahren

 

Welche Veränderungen im Medienbereich und welche Phänomene der Medienkonvergenz nehmen Mediennutzerinnen und -nutzer wahr und welche von der Medienforschung untersuchten Phänomene und Folgen des Medienwandels liegen außerhalb des bewussten Erfahrungshorizonts der Rezipientinnen und Rezipienten? Welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen werden aus den Beobachtungen des Medienwandels für das eigene Mediennutzungsverhalten gezogen?

Foto: Dr. Stephan Barth / pixelio.de

Die Wahrnehmung von Veränderungen, die die eigene Lebenswelt betreffen, haben unterschiedliche Auswirkungen auf Individuen und ihr Verhalten. Im Mittelpunkt dieser Studie steht deshalb die Frage, welche Vorstellungen Medienrezipientinnen und -rezipienten von den Veränderungsprozessen im Medienbereich, und insbesondere von Prozessen der Medienkonvergenz, haben. Diese Untersuchung baut auf einer standardisierten Befragung zum Thema Medienwandel auf, in deren Rahmen sich gezeigt hat, dass Vorstellungen über den Medienwandel zahlreiche Konsequenzen haben können – über die Zahlungsbereitschaft für Medieninhalte und medienpolitische Einstellungen bis zum individuellen Stressempfinden. In dieser weiterführenden Phase des Projekts soll nun mittels kognitiver Verfahren noch einmal tiefergehend erforscht werden, welche Veränderungen im Medienbereich auf welche Weise wahrgenommen werden.

 

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Univ.-Prof. Dr. Christian Schemer
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-29373
Email

 

Dr. Philipp Müller
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-29378
Email

 

Links Weiterführende Links


» Website des Forschungs- und Lehrbereichs »Dynamiken von Gesellschaft und Kommunikation« am Institut für Publizistik der JGU

 

 

Bild: Dr. Stephan Barth / pixelio.de