»Ganz meine Meinung?«

Neue Studie untersucht die Bedeutung der Informationsintermediäre für die Meinungsbildung am Beispiel von Facebook

Informationsintermediäre wie Facebook und Google sind längst zu einer wichtigen Nachrichtenquelle geworden. Anders als bei klassischen Nachrichtenquellen bestimmen hierbei jedoch nicht Journalisten, sondern Algorithmen mithilfe verschiedener Filter-, Sortier- und Personalisierungslogiken darüber, welche Inhalte für welche Nutzer sichtbar sind.
Doch wie wirkt sich die Steuerung durch Algorithmen konkret auf gesellschaftliche Meinungsbildungsprozesse aus? Und wie real ist die vielfach diskutierte Gefahr, dass sich Nutzer zunehmend in Filterblasen und Echokammern isolieren?

Antworten auf diese gesellschaftlich und medienpolitisch drängenden Fragen, die bis jetzt jedoch nur unzureichend erforscht sind, liefert eine neu erschienene Studie von Birgit Stark, Melanie Magin und Pascal Jürgens – durchgeführt im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) und in Kooperation mit dem Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU).

Mit einer Mehrmethodenstudie – Nutzerbefragung, Datentracking sowie Online-Gruppendiskussionen – wurde ermittelt, ob und wie wirkungsvoll Facebook die Themenwahrnehmung und die Meinungsvermittlung bei politischen Themen beeinflusst.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Gefahr der Filterblase überschätzt wird. Die Autoren weisen jedoch einen signifikanten Effekt Facebooks auf das wahrgenommene Meinungsklima nach. Somit kann es zu einer Gefahr für die Meinungsbildung kommen, wenn gesellschaftliche Randgruppen – unterstützt durch Social Bots oder Fake News – Diskussionen manipulieren, indem sie beispielsweise bestimmte Themen pushen oder gezielt durch Kommentare emotional polarisieren. Die Studie belegt zudem weitere Einflussfaktoren auf die Meinungsbildung, darunter Persönlichkeitseigenschaften wie die Persönlichkeitsstärke oder das eigene politische Interesse und nicht-mediale Informationsquellen wie das persönliche Gespräch.

 

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Prof. Dr. Birgit Stark
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik
D 55099 Mainz
Tel. +49 (0) 6131 39-25264
Fax +49 (0) 6131 39-24239
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Dr. Melanie Magin
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik
D 55099 Mainz
Tel. +49 (0) 6131 39-26748
Fax +49 (0) 6131 39-24239
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Pascal Jürgens, M.A.
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik
D 55099 Mainz
Tel. +49 (0) 6131 39-25638
Fax +49 (0) 6131 39-24239
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Links Weiterführende Links


» Website des Forschungs- und Lehrbereichs "Medienkonvergenz" am Institut für Publizistik der JGU

» Download und Bestellung der Studie

Macht Facebook glücklich oder unglücklich? Befunde einer aktuellen Schülerbefragung in Rheinland-Pfalz

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24.11.2016: Der Griff zum Smartphone bestimmt zunehmend unser gesellschaftliches und soziales Leben. Dies gilt insbesondere für die heutige Generation Kinder und Jugendlicher, die in einer hoch digitalisierten Welt aufwächst. Wieweit dies zum Nutzen oder Schaden für die Entwicklung der Generation der sog. »Digital Natives« ist, wird sehr kontrovers und emotional diskutiert. Weiterlesen

Neues Forschungsprojekt: Informationsintermediäre und ihr Einfluss auf Meinungsbildungsprozesse

Kooperation des Forschungsschwerpunkts Medienkonvergenz und der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM)

 

Medien leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Funktionieren der Demokratie, denn sie liefern Informationen und stellen verschiedene Standpunkte zu politischen Themen dar. Auf dieser Grundlage sollen sich die Bürger eine eigene, fundierte Meinung bilden und am demokratischen Willensbildungsprozess teilhaben können. Diese Vermittlungsleistung obliegt im digitalen Zeitalter nicht mehr ausschließlich den klassischen Medien, sondern auch Informationsintermediären wie Google und Facebook, deren Plattformen die Aufmerksamkeit der Bürger lenken. Ihre Bedeutung für die Meinungsbildung wird bislang überwiegend im Kontext der viel zitierten Filter Bubble diskutiert und ist empirisch aber noch kaum untersucht: Offen ist vor allem, ob und wie algorithmenbasierte Personalisierungslogiken zu einer verzerrten Vermittlung und Wahrnehmung von gesellschaftlich relevanten Themen führen. Weiterlesen

TV-Duell

Echtzeitmessungen zur Untersuchung von Wahrnehmung und Wirkung von Fernsehduellen der Spitzenkandidaten im Wahlkampf

 

Wie werden bei einem solchen Duell politische Informationen wahrgenommen und verarbeitet? Wie wirken sich Inhalte und Auftreten der Kontrahenten auf politische Einstellungen aus? Welchen Einfluss hat ein Fernsehduell auf die Wahlentscheidung der Bürgerinnen und Bürger?

Bereits seit dem Fernsehduell von Angela Merkel und Peer Steinbrück im Jahre 2013 wird das Potenzial der Echtzeitmessung der Reaktionen der Rezipienten unter Beteiligung von Mitgliedern des Forschungsschwerpunkts analysiert. Auch bereits 2009 konnten auf diese Weise Erkenntnisse zum Aufeinandertreffen von Spitzenkandidaten gesammelt werden. Hierfür kommt ein RTR (real-time-response)-Verfahren zur Anwendung, welches eine Methode zur Messung der Einschätzung durch die Zuschauer zum Verlauf des Duells darstellt, noch während dieses stattfindet. Über Eingabegeräte können subjektive Empfindungen zum Ausdruck gebracht werden. Aus der Verbindung dieser Daten und den Erkenntnissen aus einer ergänzenden Befragung eröffnen sich präzise Einblicke in Prozesse der Wahrnehmung, Informationsaufnahme und -verarbeitung politischer Objekte sowie der Meinungsbildung der Bürgerinnen und Bürger.

Das Duell zur Bundestagswahl 2009 zwischen Merkel und Steinmeier hat gezeigt, dass die TV-Debatte insbesondere jene Bevölkerungssegmente zu mobiliseren vermag, die weniger politisch interessiert sind.

 

TV-Duell Merkel vs. Steinbrück

Bild: © 2013 afp

Das Duell 2013 zwischen Merkel und Steinbrück hat das Interesse der Zuschauer am Wahlkampf erhöht. Die Debatte wurde von einer Mehrheit der Zuschauer als unterhaltsam (65 Prozent) und spannend (53 Prozent) bewertet. Damit wurden die Werte des TV-Duells 2009 deutlich übertroffen (54 bzw. 32 Prozent). Auch hat das TV-Duell seine Funktion als Wahlhilfe erfüllt. Dies bekräftigten 40 Prozent der Zuschauer. Zudem hat sich der Anteil derjenigen, die sich keinen der beiden Kandidaten als Kanzler wünschen, von 23 Prozent vor dem Duell auf 16 Prozent nach dem Duell verringert.

 

Bild: © 2016 picture alliance / dpa

Die ersten Ergebnisse des rheinland-pfälzischen Duells 2016 zwischen Malu Dreyer und Julia Klöckner deuten darauf hin, dass bei Dreyer Ausführungen zur Notwendigkeit von Abschiebungen und bei Klöckner zum Nürburgring, aus dem sie Fehler der bisherigen Landesregierung ableitete, die Rezipientinnen und Rezipienten besonders überzeugen konnten. Insgesamt bietet die Analyse solcher Aufeinandertreffen eine gute Möglichkeit, Wahrnehmungsmuster samt ihrer Effekte auf politische Einstellungen oder Wahlentscheidungen zu analyiseren.

 

Die Studien wurden teilweise in Zusammenarbeit mit der Universität Koblenz-Landau und dem SWR durchgeführt. Der Forschungsschwerpunkt verfügt über die nötigen Messgeräte mit Drehreglern. Die Erhebungen waren zunächst Teil des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts "German Longitudinal Election Study" und später im Rahmen des Projekts "The Dynamics of Voting: A Long-term Study of Change and Stability in the German Electoral Process, Teilmodul Televised Debates 2013".

 

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Univ.-Prof. Dr. Thorsten Faas
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Politikwissenschaft
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-38466
Email

 

Links Weiterführende Links


» Vortrag zum TV-Duell 2009 Merkel vs. Steinmeier

» Website des Projekts "The Dynamics of Voting: A Long-term Study of Change and Stability in the German Electoral Process"

» Präsentation zu den Schlüsselstellen des TV-Duells 2013 Merkel vs. Steinbrück

» Pressemeldung der JGU zum TV-Duell 2013 Merkel vs. Steinbrück

» Video des TV-Duells 2016 Dreyer vs. Klöckner mit Kurven der Echtzeitmessung

Wahlumfrage Rheinland-Pfalz 2016

Studie zur Wahl der Abgeordneten des 17. Landtags in Rheinland-Pfalz.

Im Rahmen des vom Forschungsschwerpunkt geförderten Projekts zu "Politische und massenmediale Vielfalt und ihre Folgen für die Entscheidungsfindung im Bundestagswahlkampf 2017" findet aus Anlass der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz eine Vorstudie statt.

In der Umfrage kommt ein Frageinstrument zum Tragen, das Kollegen der Universität Iowa entwickelt haben. Die inhaltliche Grundlage der Vorstudie wie auch der späteren Hauptstudie kommt aus der politischen Psychologie, die sich zunehmend mit kognitiven und affektiven Prozessen der Informationsverarbeitung und Entscheidungsfindung beschäftigt und diese mit dem verwandten Feld der politischen Kommunikation in Zeiten konvergenter und digitaler Medienumgebungen verknüpft.

Die Umfrage dauert etwa 10-15 Minuten. Wir bitten Sie, sich an der Umfrage zu beteilgen oder in Ihrem Umfeld darauf aufmerksam zu machen.

www.wahlumfrage2016.de

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Schülerbefragung »always on«

Längsschnittstudie zur Mediennutzung

 

Welche Unterhaltungs-, Informationsangebote und Kommunikationswege werden zu welchem Zeitpunkt bedeutsam in der Alltagswirklichkeit Jugendlicher? Welches Potential verbirgt sich hinter dem selbstbestimmten Rückgriff auf die medialen Ressourcen des Internets? Welche Risiken für die psychische und soziale Entwicklung Jugendlicher können anhand der Nutzungsmuster erschlossen werden?

Young boy in bedroom using laptop and listening to MP3 player

Mediennutzung, konvergierende Medieninhalte und computervermittelte Kommunikation durchdringen zunehmend Bereiche des Lebens, die zuvor »medienfreie Inseln« des Alltags darstellten. Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene sind zunehmend »always on« und über Smartphone und mobiles Internet ständig mit ihrer Peer-Group und anderen Online-Inhalten verbunden. Die Folgen dieser zunehmend allgegenwärtigen Online-Nutzung für das psychologische Wohlbefinden der Nutzerinnen und Nutzer sind derweil noch weitgehend offen. Während der Zugang zu Informationen, Kommunikation und Unterhaltung zwar einerseits zahlreiche Chancen eröffnet, stellen die ständige Erreichbarkeit, sozialer Kommunikationsdruck und mögliche Konflikte zwischen Mediennutzung und anderen Tätigkeiten andererseits die Schattenseiten dieser Entwicklung dar.

Das primäre Ziel der Studie ist es, die Entwicklung der Online-Kommunikation Jugendlicher im Laufe der Adoleszenz nachvollziehbar zu machen. So soll für den wissenschaftlichen Diskurs ebenso wie für Verantwortliche in den Bereichen Politik, Bildung und Jugendschutz eine zuverlässige Informationsgrundlage zu elementaren Fragen der Internetnutzung Jugendlicher bereitgestellt werden. Als Gegenposition zu einer primär risikofokussierten Perspektive, die eine exzessive und suchtartige Internetnutzung, Cybermobbing und die Ausrichtung von Körperidealen an medienvermittelten Modellen in den Mittelpunkt stellt, soll in dieser Untersuchung auch die positive Seite der Internetnutzung beleuchtet werden.

Die repräsentative Längsschnittuntersuchung ist auf der Basis eines interdisziplinären theoretischen Ansatzes konzipiert. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen der Kommunikationswissenschaft, der Medienpsychologie, der psychosomatischen Medizin und Medienpädagogik befassen sich mit diesem Projekt. Damit bündelt das Team die umfassende in Mainz vertretene Expertise zu diesem hochaktuellen Thema. Jugendliche unterschiedlicher Jahrgangsstufen werden zu mehreren Messzeitpunkten an Schulen in Rheinland-Pfalz zu ihrem Kommunikationsverhalten und ihrer Internetnutzung befragt. Die Datenerhebung hat im Sommer 2015 begonnen und soll im Herbst fortgesetzt werden.

 

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Univ.-Prof. Dr. Stefan Aufenanger
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Erziehungswissenschaft
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-26652
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Jun.-Prof. Dr. Leonard Reinecke
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-28319
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Univ.-Prof. Dr. Birgit Stark
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-25264
Email

 

Dr. Klaus Wölfling
Universitätsmedizin Mainz
Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
D 55131 Mainz
Tel. +49 6131 17-6147
Email

 

mail Weitere beteiligte Forscher


Univ.-Prof. Dr. Manfred E. Beutel
Universitätsmedizin Mainz
Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
D 55131 Mainz
Tel. +49 6131 17-7348
Email

 

Univ.-Prof. Dr. Oliver Quiring
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-25264
Email

 

Univ.-Prof. Dr. Christian Schemer
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-29373
Email

 

Dr. Mathias Weber
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-23209
Email

 

Dipl.-Soz. Michael Dreier
Universitätsmedizin Mainz
Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
D 55131 Mainz
Tel. +49 6131 17-5485
Email

 

Dipl.-Psych. Kai Müller
Universitätsmedizin Mainz
Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
D 55131 Mainz
Tel. +49 6131 17-4039
Email

 

Downloads Downloads


» Pressemitteilung zur Längsschnittstudie (31.08.2015)

 

Links Weiterführende Links


» Website des Forschungs- und Lehrbereichs »Medienkonvergenz« am Institut für Publizistik der JGU
» Website des Forschungs- und Lehrbereichs »Dynamiken von Gesellschaft und Kommunikation« am Institut für Publizistik der JGU
» Website des Forschungs- und Lehrbereichs »Kommunikationswissenschaft« am Institut für Publizistik der JGU
» Website des Forschungs- und Lehrbereichs »OnlineKommunikation« am Institut für Publizistik der JGU
» Website der Arbeitsgruppe »Medienpädagogik« am Institut für Erziehungswissenschaft der JGU
» Website der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Mainz der JGU
» Pressemitteilung der JGU 31.08.2015
» Pressemitteilung der JGU 11.03.2016

 

Links Pressestimmen


» Beitrag vom 01.09.2015 in der Allgemeinen Zeitung
» Beitrag vom 31.08.2016 im Informationsdienst Wissenschaft
» Beitrag der SWR-Landesschau aktuell Rheinland-Pfalz
» Beitrag vom 23.11.2016 in der Rhein-Zeitung
» Beitrag vom 25.11.2016 im Deutschlandfunk
» Beitrag vom 26.11.2016 in der Frankfurter Neuen Presse
» Beitrag vom 28.11.2016 in der Allgemeinen Zeitung
 

 

Bild: de.clipdealer.com

Neue Medien, neue Logik?

Zur Mediatisierung politischer Kommunikation in sozialen Online-Netzwerken am Beispiel der Kommunikation von Bundestagsabgeordneten auf Facebook

 

Welche Kommunikationsstrategien und -elemente nutzen politische Akteure in der Kommunikation auf Facebook? Treten Unterschiede zwischen direkter Wähleransprache und Presseansprache auf? Wie wirkt sich die Kommunikationslogik der sozialen Netzwerke auf die Selektions- bzw. Informationsentscheidungen der Rezipientinnen und Rezipienten aus?

Foto: Alexander Klaus / pixelio.de

 Spätestens seit dem „Online-Wahlkampf“ von Barak Obama im Jahre 2008 wird das Potenzial des Internets für die politische Kommunikation und Kampagnenführung breit diskutiert. Das Internet hat sich in der Wahlkampfführung längst etabliert und spielt für politische Akteure eine zunehmend gewichtigere Rolle. Insbesondere die sozialen Medien erfahren diesbezüglich einen Bedeutungsgewinn in der öffentlichen Wahrnehmung und auch unter politischen Akteuren selbst scheint die Einsicht in die Relevanz der sozialen Medien kontinuierlich zu wachsen.

Vor dem Hintergrund der digitalen Transformationsprozesse und der damit verbundenen (technischen) Möglichkeit der direkten Wähleransprache wird die zentrale Bedeutung der »klassischen« Massenmedien und damit die Notwendigkeit einer Ausrichtung an deren Selektionsroutinen zunehmend infrage gestellt. Damit verbunden ist die Frage, welcher Logik die politische Kommunikation folgt, wenn sie sich nicht zwingend an medialen Selektionskriterien ausrichten muss, um potenzielle Wählerinnen und Wähler zu erreichen.

Mit einer Längsschnittuntersuchung des Kommunikationsverhaltens von Bundestagsabgeordneten auf Facebook soll Antwort auf die obengenannten Fragen gegeben werden. Dazu werden die Statusmeldungen von Bundestagsabgeordneten in einem Zeitraum von 2009 bis 2016 inhaltsanalytisch erfasst und untersucht.

 

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Univ.-Prof. Dr. Marcus Maurer
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-22579
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Pablo Jost, M.A.
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-29392
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Links Weiterführende Links


» Website des Forschungs- und Lehrbereichs »Politische Kommunikation« am Institut für Publizistik der JGU

 

 

Bild: oben: Alexander Klaus / pixelio.de

Band 11: „Vorlesen digital – Interaktionsstrukturierung beim Vorlesen gedruckter und digitaler Bilderbücher“

von Bettina Muratovic

erschienen im April 2014

Kurzbeschreibung

Wie verändern digitale Medien das Vorlesen als zentrale Kulturtechnik der Lesesozialisation? Diese Frage steht im Zentrum der qualitativen Studie. Basierend auf dem Ansatz der strukturgenetischen Sozialisationsforschung wird die Vorlesepraxis von acht Familien anhand von videografisch erhobenen Daten analysiert. Dabei ist von besonderer Bedeutung, wie Interaktionsstrukturen des Vorlesens durch digitale Bilderbücher beeinflusst werden. Weiterlesen

Pharmakologisches Neuroenhancement

Zwischen planbarem Wissenstransfer und nicht intendierten Rückwirkungen

 

Warum erreichen bestimmte Forschungsergebnisse die Bevölkerung und andere nicht? Wo informieren sich Nutzer über legale und verbotene Substanzen? Welche Rolle spielen Ärzte und Apotheker in den Vermittlungsprozessen zum Thema Hirndoping? Und welche die Medien?

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Der rasante Fortschritt in den modernen Neurotechnologien eröffnet der Medizin immer neue und weitreichendere Möglichkeiten, um Funktionen des Gehirns zu modulieren und zu verändern. Die Frage, inwieweit Medikamente, die ursprünglich zur Behandlung von Krankheiten entwickelt wurden, auch zur Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit von Gesunden eingesetzt werden können und sollten, wird in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Die pharmakologischen Neuroenhancer bergen, sowohl was den gesellschaftlichen Bedarf als auch was den ökonomischen Nutzen für die Hersteller angeht, grundsätzlich ein enormes Potential, werfen aber gleichzeitig neue ethische, rechtliche und soziale Fragen auf.

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Die meisten der eingesetzten Substanzen wie Methylphenidat (Ritalin®), Amphetamine oder Modafinil sind relativ einfach anzuwenden und werden innerhalb bestimmter Zielgruppen offenbar bereits heute genutzt. Angesichts der nach wie vor unklaren medizinischen (Neben-) Wirkungen und Risiken des Konsums dieser Substanzen durch Gesunde sowie der gesellschaftlichen und ethischen Implikationen kommt der Kommunikation wissenschaftlicher Ergebnisse zu diesem Thema eine besondere gesellschaftliche Bedeutung zu. Im individuellen und kollektiven Meinungsbildungsprozess spielt die Frage, von wem welche wissenschaftlichen Ergebnisse wo und wie kommuniziert und besprochen werden, eine entscheidende Rolle. Bislang ist allerdings zu den Inhalten, den beteiligten Akteuren und den Mechanismen des Wissenstransfers zum pharmakologischen Neuroenhancement wenig bekannt. Und auch mögliche Veränderungen des Prozesses im Zuge des medialen Wandels etwa durch die Entstehung abgeschotteter Informationskreise im Internet wurden in diesem Kontext bisher kaum beleuchtet. Um das Potential und die Risiken des Neuroenhancements gesellschaftlich angemessen diskutieren zu können, scheint es sinnvoll, neben den Auswirkungen auf Individuen und Gesellschaft auch die Kommunikationswege, auf denen sich diese Auswirkungen bahnen, und deren Mechanismen intensiver zu erforschen.

BMBF_logoDas Verbundvorhaben gliedert sich in drei Teilprojekte. Teilprojekt 1 widmet sich den medizinischen und psychosozialen Aspekten des Wissenstransfers und beleuchtet insbesondere die Rolle von Wissenschaftlern, Ärzten und Apothekern. Teilprojekt 2 beschäftigt sich mit den ethischen Aspekten und der Rolle der Konsumenten. Teilprojekt 3 geht der Rolle von Medien und Journalisten im Wissenstransferprozess nach. Die interdisziplinäre Forschergruppe aus Kommunikationswissenschaft, Medizin und Philosophie geht gemeinsam den komplexen Transfer- und Vermittlungsprozessen zwischen Forschern, Ärzten und Apothekern, Journalisten und Bevölkerung auf den Grund. Ziel des Projekts ist es, den Wissenstransfer erstmals systematisch zu untersuchen und hinsichtlich seiner gesellschaftlichen Auswirkungen zu analysieren. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

 

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Univ.-Prof. Dr. Oliver Quiring
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Publizistik
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-25222
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Univ.-Prof. Dr. Klaus Lieb
Universitätsmedizin Mainz
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
D 55131 Mainz
Tel. +49 6131-17-7335
Email

 

Dr. Dr. Andreas G. Franke
Universitätsmedizin Mainz
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
D 55131 Mainz
Tel. +49 6131-39-36248
Email

 

PD Dr. Elisabeth Hildt
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Philosophisches Seminar
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131-39 227402
Email

 

Links Weiterführende Links


» Website des Forschungs- und Lehrbereichs »Kommunikationswissenschaft« am Institut für Publizistik der JGU
» Website der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Mainz der JGU
» Website des Arbeitsbereichs »Theoretische Philosophie« am Philosophischen Seminar der JGU
» Website des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

 

 

Bild: (oben): I-vista / pixelio.de (Mitte): Institut für Publizistik der JGU

„Für mich ist Google das Internet“

Die Rolle von Suchmaschinen bei der Informationssuche im Netz

Medienpolitik.net

Das Internet ist für die Mehrheit der deutschen Bevölkerung mittlerweile zum integralen Bestandteil ihres Alltags geworden. Die zunehmende Vertrautheit mit den vielfältigen Möglichkeiten des Internets hat nicht nur zu einem rapiden Anstieg der täglichen Nutzungsdauer geführt, sondern das gesamte Kommunikations- und Mediennutzungsverhalten gravierend verändert. Weiterlesen